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Innerlich gekündigt? Nur 15 % der deutschen Arbeitnehmer sind motiviert

Geposted von Sarah Lindner am 10. September 2015

So lautet das Ergebnis einer aktuellen Gallup-Studie für das Jahr 2014. Demnach gehen 70 % der deutschen Arbeitnehmer mit wenig oder keinem Engagement an ihre tägliche Arbeit. Rund 15 % sind sogar „aktiv demotiviert“. Zwar ist ihr Anteil leicht zurückgegangen – im Jahr zuvor waren es noch 17 % – doch verursacht gerade diese Gruppe der Arbeitnehmer der deutschen Wirtschaft jährliche Kosten zwischen 73 und 95 Milliarden Euro.

Wie steigert man also die Arbeitsmotivation, von der letztlich der Unternehmenserfolg abhängt? Von der Arbeit der Führungskräfte hängt ab, ob ein Mitarbeiter innerlich kündigt oder sich stark im Job engagiert. Manager können jedoch nur dann geeignete Maßnahmen ergreifen, wenn sie nachvollziehen können, wie Motivation im menschlichen Gehirn entsteht.

Auf Basis der Hirnforschung Mitarbeitermotivation erhöhen

Wer Mitarbeiter führt, muss bestimmte Fähigkeiten im Umgang mit Menschen haben. Die Basis zur erfolgreichen Personal-Motivation bilden unter anderem unsere heutigen Erkenntnisse in der Gehirnforschung. Kennen Führungskräfte die Funktionsweise des Belohnungssystems und den Entstehungsprozess von Motivation, können sie daraus Handlungsanweisungen für sich selbst ableiten, ihr Team von Grund auf stärken und flexibler und schneller auf Veränderungen reagieren. Vor allem 4 Bereiche des menschlichen Hirns sind laut der Unternehmensberatung Effmert Consult für die Mitarbeitermotivation verantwortlich: Belohnungssystem, Emotionssystem, Erinnerungssystem und Entscheidungssystem.

1. Belohnungssystem

Was geschieht im Gehirn? Im Belohnungssystem spielen diese 3 Bereiche die wichtigsten Rollen: der Nucleus accumbens, die präfrontale Region der Großhirnrinde und das ventrale tegmentale Areal des Mittelhirns. Der Gedanke an etwas Positives, beispielsweise an ein schmackhaftes Essen, sorgt dafür, dass im ventralen tegmentalen Areal des Mittelhirns Dopamin ausgeschüttet wird. Isst der Mensch tatsächlich ein leckeres Gericht, sendet die Großhirnrinde das positive Erlebnis an das ventrale tegmentale Areal des Mittelhirns zurück und die sogenannte „ventrale Schleife“ schließt sich. Serotonin wird ausgeschüttet und das Gefühl von Glück und Wohlbefinden stellt sich ein.

Und was bedeutet das für die Führung? Schaffen Sie Anreize! Solche Anreizsysteme für Mitarbeiter sollten allerdings unerwartet und ohne Ankündigung eingesetzt werden, um keine Erwartungshaltung zu fördern und einen Gewöhnungseffekt zu verhindern. Belohnungen können günstig sein und müssen nicht immer materieller Natur sein: Ein Lächeln oder ein „Danke“ aktivieren ebenfalls das Belohnungssystem im Hirn.

2. Emotionssystem

Wo im Gehirn ist das Emotionssystem lokalisiert? Die Bewertung und Verarbeitung von Emotionen findet in erster Linie in der Amygdala statt. Sie schüttet Botenstoffe aus, etwa Cortisol bei Stress und Angst oder Dopamin bei Freude. Ein wichtiger Botenstoff ist außerdem Oxytocin, der zugleich Ursache und Wirkung von Bindungserfahrungen ist. In Fachkreisen nennt man den Stoff „Sozialkleber“.

Für die Führung heißt das: Stärken Sie das Teamwork unter ihren Mitarbeitern. Kooperation und Gestaltung von Beziehungen – diese Bestandteile fördern die Arbeitsmotivation. Wird einem Mitarbeiter beispielsweise viel Vertrauen bei einer geschäftlichen Transaktion entgegengebracht, wird erwiesenermaßen vermehrt Oxytocin ausgeschüttet. In der Folge werden Stress und Angst reduziert, die Konzentration und Energie durch erhöhten Dopamin-Ausstoß gesteigert: Viel Verantwortung und Teamwork sorgt für motivierte Mitarbeiter.

3. Erinnerungssystem

Was passiert auf medizinischer Ebene? Unser Leben ist die Summe aus Erfahrungen und Erinnerungen. Wird ein Erlebnis im Gehirn an ein positives Gefühl geknüpft, kann die Erinnerung leichter darauf zugreifen. Erfahrungen, bei denen das Belohnungssystem aktiviert wurde, bleiben uns so besser in Erinnerung.

Das bedeutet für die Führungspraxis: Schenken Sie Vertrauen und übertragen Sie Verantwortung. Erinnerungen werden in derselben Hirnregion erzeugt wie Erwartungen. Für die Personal-Motivation bedeutet dies, dass ein durch Verlässlichkeit geprägtes Vertrauensverhältnis aufgebaut werden muss. Wurde etwa ein Versprechen vonseiten des Managements nicht eingehalten, wird der Mitarbeiter dies für zukünftige Absprachen wahrscheinlich ebenfalls erwarten.

4. Entscheidungssystem

Wo werden im Gehirn Entscheidungen getroffen? Die Kommandozentrale, das Entscheidungssystem, befindet sich im präfrontalen Cortex im Vorderbereich des Hirns. Belohnungssystem, Emotionssystem und Erinnerungssystem liefern ihre Informationen dorthin – aus diesen kann das Entscheidungssystem Handlungsweisen entwickeln, Pläne schmieden etc. Die drei anderen Hirnregionen werden gebraucht, um Entscheidungen treffen zu können.

Für Führungskräfte heißt das: Hören Sie Ihren Mitarbeitern zu und wechseln Sie öfter die Perspektive! Eine erfolgreiche Mitarbeitermotivation ergibt sich aus dem optimalen Wechselspiel aller vier Systeme. Dieses Wechselspiel sieht bei jedem Menschen anders aus: Alles, was ein Mensch sagt oder tut, resultiert aus diesem komplexen Zusammenhang. Darüber sollte sich jede Führungskraft in Gruppenmeetings oder Mitarbeitergesprächen im Klaren sein. Manager müssen daher lernen, dass ihre Mitarbeiter nicht in derselben Weise denken und handeln wie sie selbst oder wie ihre Kollegen. Die Fähigkeit, dies zu akzeptieren und zu berücksichtigen, ist eine der zentralen Aufgaben einer Führungskraft, die mit den Erkenntnissen der Hirnforschung ein wenig gestützt wird.

Mit Material von Effmert Consult, Gallup, fql.de

 

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Topics: Feedback, Management & Leadership

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